Mai 26th, 2005
Was soll nur aus uns werden?!
Zu diesem Thema hatte mich gestern die Fachschaft Soziologie der Uni Köln zusammen mit Susann Kern als Referent eingeladen. Vor 25 Studierenden stellten wir die Firma Globalpark vor und sprachen über unseren Werdegang und darüber, wie Studierende heute eine Beschäftigung als Soziologe finden können.
Der Vortrag war Teil einer Vortragsreihe. Wen Details interessieren, hier der Link zu den Fachschaftsseiten. Für mich war es nicht nur wegen des Themas eine Reise in die Vergangenheit. Denn die Veranstaltung fand im Institut für angewandte Sozialforschung statt. Dort, wo vor mehr als 20 Jahren meine berufliche Beschäftigung mit der Soziologie begonnen hatte. Es war für mich ein angenehmes Gefühl als Unternehmer an diese Stelle zurück zu kehren und zu versuchen, der heutigen Studierenden-Generation Tipps für die Jobsuche zu geben.
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- Tags: Berufsperspektiven, Soziologie
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Mai 6th, 2005
Auf der GOR05 wurden Methodenexperimente zu Antwortskalen vorgestellt. Dabei fiel mir auf, dass eine Methodenstudie von Werner Hemsing aus dem Jahr 2001 nicht präsent war. Schade, dachte ich mir. Und das umso mehr als die Studie auf der GOR01 vorgestellt wurde. Es macht schon ein bisschen traurig, dass es uns mit der DGOF nicht durchgehend gelungen ist, Forschungskontinuität zu erzeugen. Ein Tagungsband wäre vielleicht doch eine schöne Sache.
Nun ja, ich habe jedenfalls die Initiative ergriffen und den damaligen Bericht von Werner Hemsing als PDF setzen lassen und auf die Globalpark-Publikationsliste setzen lassen. Der Titel ist: Methodentest unter Einsatz von Macromedia Flash-Technologie (PDF). Der Artikel handelt ebenfalls von einem Methodenexperiment. Verglichen wurden HTML-Skalen mit visuellen Analogskalen (per Flash realisiert). Es zeigte sich, dass in der Flash-Variante sehr viel mehr fehlende Antworten zu verzeichnen waren. Fazit: Forscher, die an Datenqualität interessiert sind, sollten mit den üblichen HTML-Elementen arbeiten.
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- Tags: Antwortskalen, Flash, HTML, Methodenexperimente
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April 26th, 2005
Wann fand eigentlich die erste Online Umfrage in Deutschland statt?
Diese Frage wurde einmal in der GIR-L diskutiert. Ich erinnere mich nur noch, dass zuletzt Einigkeit bestand, dass es eine Umfrage war, die Bernad Batinic durchgeführt hatte. Details hatte ich vergessen. Eine Nachfrage bei Bernad ergab dann folgenden Hinweis:
Es begann mit meiner NetNews-Umfrage zu Fehlern bei der Arbeit (1994). Im Dezember/Fruehjahr 1994/1995 habe ich dann darauf aufbauend eine WWW_Umfrage gemacht. Ca. 2 Monate spaeter ist dann die Umfrage von W3B gekommen.
Newsgroups: de.alt.buecher
From: Bernad.Batinic@psychol.uni-giessen.de (Bernad Batinic)
Subject: Eine Psychologische Fragebogen-Untersuchung
Liebe User,
ich fuehre an der Uni-Giessen eine Untersuchung ueber die Einstellung zu Fehlern
bei der Arbeit durch und brauche noch dringend Personen die folgenden Fragebogen
ausfüllen ! Eure Angaben werden streng vertraulich behandelt und auf keinen fall
an dritte weitergereicht.
Wer will erhaelt von mir einen kompletten Forschungsbericht am ende der Untersuchung
zugesandt.
Vorab besten Dank,
Bernad
P.S. Bitte Mailen, nicht Posten.
Erste WWW Umfrage in Deutschland continued »
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April 8th, 2005
War gestern im Hollywoodstreifen Kinsey und da geht es neben verschiedenen anderen Dingen natürlich vor allem um empirische Sozialforschung. Ich fragte mich, ob Kinsey – wenn er denn die Möglichkeit gehabt hätte – die Online-Befragung eingesetzt hätte. Insbesondere wegen der extrem heiklen Fragen und des anzunehmenden hohen Interviewer-Einflusses hätte dies vermutlich Sinn gemacht. Seine Probanden waren zudem über das ganze Land verteilt. Andererseits waren die Interviews sehr lang, das wäre online weniger praktikabel gewesen.
Auf der Homepage des Kinsey Institute gibt es einige Infos zur Methode und zum Sample:
“Kinsey used in-depth, face-to-face interviews by highly trained interviewers. In each history a subject would be questioned on up to 521 items, depending on his/her specific experience (the average in each case being near 300). Histories covered social and economic data, physical and physiologic data, marital histories, sexual outlets, heterosexual histories, and homosexual histories. ” Und zum Sample:
“5300 white males and 5940 white females provided almost all the data, with the majority of participants being younger white adults with some college education. Kinsey tried to compensate for volunteer bias in his sample by interviewing 100% of the individuals available in a given organization or group. Approximately 25% of the sex histories came from these 100% groups. (Kinsey did not believe a random sample was possible.) “
Das ist m.E. interessant: Um die Effekte der Selbstselektion zu vermeiden, wurden die Interviews von Gruppen aus Organisationen zugemischt, die zu nahezu 100% befragt werden konnten. Das ist vergleichbar mit einem Mix aus einer Online-Befragung, deren Teilnehmer per Banner rekrutiert wurden und einer Befragung in einem Unternehmen oder einer Behörde, wo die Leute quasi gezwungen waren, mitzumachen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist?
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April 6th, 2005
Die GOR05 ist vorbei. Die meisten Teilnehmer sind aus den Osterferien zurückgekehrt. Zeit für ein wenig Nachbetrachtung zur GOR.
Was auffällt ist, dass es schwierig ist, an die Folien und Texte der Beitragenden zu kommen. Vieles war interessant, nicht alles konnte man mitschreiben, und jetzt ein paar Tage später würde man gerne noch einmal einen erläuternden Text oder wenigstens die Folien zur Hand haben. Es ist ja auch einiges vorhanden. Zumindest habe ich von einigen Autoren Folien erhalten oder Hinweise auf weiterführende Infos, die irgendwo im Netz stehen. Leider nicht vernetzt.
Ich will daher hier so eine Art Netzknoten schaffen, um allen, die das möchten, eine Anlaufstelle zu geben, einen Hinweis auf ihren Beitrag zu hinterlassen. Also hinterlasst einen Kommentar und teilt mit, wo Eure Folien, Notizen, Berichte etc. zu finden sind.
Als Starthilfe die beiden Links zur GOR selbst:
• Die offiziellen Seiten bei der DGOF
• Ulfs Seiten zur GOR 05
Und als Berichterstattung von der GOR Jan Schmidts Originalberichte von der GOR O5
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- Tags: GOR, Online Forschung
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März 31st, 2005
Auf der GOR05 sah ich ein Poster, das sich mit der Darstellung von Fragen auf einer oder mehreren Bildschirmseiten beschäftigte. In diesem Kontext wurde eine frühere Arbeit von mir als Ausgangspunkt genommen (was mich sehr gefreut hat ). Allerdings, die These, die ich damals vertrat (nämlich, dass man auf Matrixfragen verzichten sollte), vertrete ich inzwischen nicht mehr. Und auch den Alternativvorschlag, wie man mit Matrixfragen umgehen sollte, empfehle ich nicht mehr.
1997, in den Anfangsjahren der Online Forschung, hatte ich mit dem Pretest-Team an der Uni Köln herausgefunden, dass sich Matrixfragen sehr schlecht beantworten lassen. Das war aber noch in einer Zeit als die meisten Umfragen als Endloskette auf einer einzigen HTML-Seite gestaltet wurden. Unter diesen Umständen war es fast immer so, dass der Einleitungstext einer Matrixfrage und meistens auch die Skalenüberschriften bei der normalen Beantwortung eines Fragebogens (nämlich nach unten scrollend) nicht mehr zu sehen waren. Matrixfragen in solchen Settings waren richtiggehend wertlos. Falls das jemanden interessiert, ich habe da alte Fragebögen im Endlosdesign, die ich mal zeigen könnte.
Die Befunde aus dem Pretest-Studio habe ich auf der GOR97 vorgestellt. Bis dann der Tagungsband endlich erschien, war es 1999. Und 1999 und in den Folgejahren hatten wir alle längst gelernt, dass die gute Online Umfrage aus einer Folge von HTML-Seiten besteht und dass auf den einzelnen Fragebogenseiten das Scrollen vermieden werden sollte. Die veränderte Befundlage verarbeitete ich in einem Vortrag für die GOR01 in Göttingen und hielt dort ein Plädoyer für den überlegten Einsatz von Matrixfragen. Kernaussage: Matrixfragen sind sinnvoll. Matrixfragen sollen auch eingesetzt werden. Aber Matrixfragen müssen mit guter Planung eingesetzt werden.
Allerdings, kann ich niemanden so wirklich vorwerfen, dass meine veränderte Einschätzung von Matrixfragen auf der Basis des veränderten Einsatzes nicht bekannt geworden ist. Leider gab es 2001 keinen Tagungsband mehr und ich hätte wohl auch nicht die Zeit gehabt, einen Artikel zu schreiben. Damit aber nun bekannt ist, wie meine Meinung zu Matrixfragen ist und welche Matrixfragen gut sind, habe ich meine damaligen Folien ausgegraben und heute auf meine Homepage gestellt. Wen es interessiert, der findet nun die Folien zu meinem damaligen Vortrag. Der Titel damals hieß Optimierung von WWW-Umfragen Three Years after.
Hmh, der Vortrag war 2001, der erste Vortrag fand 1997 statt, ergibt eigentlich vier Jahre. Egal, aus der damaligen Sicht waren ja erst drei komplette Jahre vergangen. Übrigens die Forschungsarbeit, die auf der GOR05 meinen damaligen Artikel rezipierte, werde ich noch vorstellen, sobald ich ein paar Unterlagen dazu erhalten habe.
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- Tags: Fragebogen, GOR, HTML, Matrixfragen, Online Befragung, Pretest
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März 29th, 2005
Im Blog Umfragen.info wird zusätzlich zu unserer Pretest-Klassifikation eine juristische Ausarbeitung aus der Kanzlei von Prof. Schweizer vorgestellt. Prof. Schweizer ist der maßgeblicher Jurist in der Marktforschungsbranche. Er vertritt den ADM und die Mehrzahl der ADM-Institute in Streitfällen. Für Zeitschrift “der Syndikus” hat seine Kanzlei einige Fehlerquellen zusammengestellt und anhand von Beispielen ausgeführt. Aufgelistet werden 43 Paragraphen. Bei ersten Überfliegen habe ich Zweifel, ob das dort Aufgeschriebene weiter hilft. Ich werde mir in der nächsten Zeit mal das Original ansehen und dann noch mal berichten.
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- Tags: Marktforschung, Online Umfrage
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März 26th, 2005
Bei der GIR-L handelt es sich um eine im Mai 1996 von Andreas Werner und Bernad Batinic gegründeten Mailingliste mit hunderten eingeschriebenen Nutzern. Ziel der GIR-L ist die Diskussion über Sozial-, Kommunikations- und Marktforschungsfragen rund um das Internet. Sie richtet sich an Wissenschaftler, Studierende und Praktiker. Aus der GIR-L heraus kam 1997 die Anregung zur ersten GOR-Konferenz und im Weiteren zur Gründung der DGOF. Aktuell wird die Mailingliste von der DGOF und von Bernad Batinic betreut.
Mehr Infos finden sich auf der Info-Seite der GIR-L, aktuell betreut von bernad.batinic at jku.at.
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März 20th, 2005
Willkommen zum Blog auf Online-Forschung.de
Dieser Blog will eine Börse für Ideen und Neuigkeiten im Bereich der Online Forschung sein. Er ergänzt damit die zentrale Mailingliste GIR-L. Diskussionen werden hier ebenso schnell entstehen wie auf der GIR-L, doch sie werden strukturierter und vernetzter sein.
Wir starten hier in diesem Blog erst ein bisschen konservativ und werden erst im kleinen Kreis diskutieren. Wenn sich Thema, Stil und Kommentierungsgewohnheiten ausentwickelt haben, wird die Kommentierung und Beteiligung an diesem Blog über den Anfangskreis hinaus erweitert.
Ich freue mich auf reges Interesse!
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- Tags: Befragungen, German Internet Research - List, Geschichte, GIR L, Online Forschung
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