War gestern im Hollywoodstreifen Kinsey (http://www2.foxsearchlight.com/kinsey/site/) und da geht es neben verschiedenen anderen Dingen
natürlich vor allem um empirische Sozialforschung. Ich fragte mich, ob Kinsey - wenn er denn die Möglichkeit gehabt hätte - die Online-Befragung eingesetzt hätte. Insbesondere wegen der extrem heiklen Fragen und des anzunehmenden hohen Interviewer-Einflusses hätte dies vermutlich Sinn gemacht. Seine Probanden waren zudem über das ganze Land verteilt. Andererseits waren die Interviews sehr lang, das wäre online weniger praktikabel gewesen.
Unter http://www.indiana.edu/~kinsey/research/ak-data.html gibt es einige Infos zur Methode und zum Sample:
“Kinsey used in-depth, face-to-face interviews by highly trained interviewers. In each history a subject would be questioned on up to 521 items, depending on his/her specific experience (the average in each case being near 300). Histories covered social and economic data, physical and physiologic data, marital histories, sexual outlets, heterosexual histories, and homosexual histories. ” Und zum Sample:
“5300 white males and 5940 white females provided almost all the data, with the majority of participants being younger white adults with some college education. Kinsey tried to compensate for volunteer bias in his sample by interviewing 100% of the individuals available in a given organization or group. Approximately 25% of the sex histories came from these 100% groups. (Kinsey did not believe a random sample was possible.) “
Das ist m.E. interessant: Um die Effekte der Selbstselektion zu vermeiden, wurden die Interviews von Gruppen aus Organisationen zugemischt, die zu nahezu 100% befragt werden konnten. Das ist vergleichbar mit einem Mix aus einer Online-Befragung, deren Teilnehmer per Banner rekrutiert wurden und einer Befragung in einem Unternehmen oder einer Behörde, wo die Leute quasi gezwungen waren, mitzumachen. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist?















