Auf der GOR05 sah ich ein Poster, das sich mit der Darstellung von Fragen auf einer oder mehreren Bildschirmseiten beschäftigte. In diesem Kontext wurde eine frühere Arbeit von mir als Ausgangspunkt genommen (was mich sehr gefreut hat
). Allerdings, die These, die ich damals vertrat (nämlich, dass man auf Matrixfragen verzichten sollte), vertrete ich inzwischen nicht mehr. Und auch den Alternvativvorschlag, wie man mit Matrixfragen umgehen sollte, empfehle ich nicht mehr.
1997, in den Anfangsjahren der Online Forschung, hatte ich mit dem Pretest-Team an der Uni Köln herausgefunden, dass sich Matrixfragen sehr schlecht beantworten lassen. Das war aber noch in einer Zeit als die meisten Umfragen als Endloskette auf einer einzigen HTML-Seite gestaltet wurden. Unter diesen Umständen war es fast immer so, dass der Einleitungstext einer Matrixfrage und meistens auch die Skalenüberschriften bei der normalen Beantwortung eines Fragebogens (nämlich nach unten scrollend) nicht mehr zu sehen waren. Matrixfragen in solchen Settings waren richtiggehend wertlos. Falls das jemanden interessiert, ich habe da alte Fragebögen im Endlosdesign, die ich mal zeigen könnte.
Die Befunde aus dem Pretest-Studio habe ich auf der GOR97 vorgestellt. Bis dann der Tagungsband endlich erschien, war es 1999. Und 1999 und in den Folgejahren hatten wir alle längst gelernt, dass die gute Online Umfrage aus einer Folge von HTML-Seiten besteht und dass auf den einzelnen Fragebogenseiten das Scrollen vermieden werden sollte. Die veränderte Befundlage verarbeitete ich in einem Vortrag für die GOR01 in Göttingen und hielt dort ein Plädoyer für den überlegten Einsatz von Matrixfragen. Kernaussage: Matrixfragen sind sinnvoll. Matrixfragen sollen auch eingesetzt werden. Aber Matrixfragen müssen mit guter Planung eingesetzt werden.
Allerdings, kann ich niemanden so wirklich vorwerfen, dass meine veränderte Einschätzung von Matrixfragen auf der Basis des veränderten Einsatzes nicht bekannt geworden ist. Leider gab es 2001 keinen Tagungsband mehr und ich hätte wohl auch nicht die Zeit gehabt, einen Artikel zu schreiben. Damit aber nun bekannt ist, wie meine Meinung zu Matrixfragen ist und welche Matrixfragen gut sind, habe ich meine damaligen Folien ausgegraben und heute auf meine Homepage gestellt. Wen es interessiert, der findet nun die Folien zu meinem damaligen Vortrag. Der Titel damals hiess Optimierung von WWW-Umfragen Three Years after.
Hmh, der Vortrag war 2001, der erste Vortrag fand 1997 statt, ergibt eigentlich vier Jahre. Egal, aus der damaligen Sicht waren ja erst drei komplette Jahre vergangen. Übrigens die Forschungsarbeit, die auf der GOR05 meinen damaligen Artikel rezipierte, werde ich noch vorstellen, sobald ich ein paar Unterlagen dazu erhalten habe.
Im Blog Umfragen.info wird zusätzlich zu unserer Pretest-Klassifikation eine juristische Ausarbeitung aus der Kanzlei von Prof. Schweizer vorgestellt. Prof. Schweizer ist der maßgeblicher Jurist in der Marktforschungsbranche. Er vertritt den ADM und die Mehrzahl der ADM-Institute in Streitfällen. Für Zeitschrift “der Syndikus” hat seine Kanzlei einige Fehlerquellen zusammengestellt und anhand von Beispielen ausgeführt. Aufgelistet werden 43 Paragraphen. Bei ersten Überfliegen habe ich Zweifel, ob das dort Aufgeschriebene weiter hilft. Ich werde mir in der nächsten Zeit mal das Original ansehen und dann noch mal berichten.
Als Beitrag zur Geschichtsschreibung habe ich Bernads allererste FAQ zum Thema Umfragen ausgegraben. Geschrieben hat er das am 25.02.1995, also vor mehr als 10 Jahren, das wäre echt ein Gläschen Sekt wert gewesen, oder Bernad? 
Wie immer, die Lektüre lohnt sich, auch nach 10 Jahren.
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Hallo Zürich,
das war wirklich toll
Ihr habt eine Super-Konferenz realisiert. Die Location war perfekt. Kurze Wege zu allen Veranstaltungsräumen, ein zentraler Marktplatz zum Unterhalten und Diskutieren, ansprechende Aussteller-Stände. Man hatte den Eindruck, die GOR05 ist das Herz der Online Forschung.
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Willkommen zum Blog auf Online-Forschung.de .
Dieser Blog will eine Börse für Ideen und Neuigkeiten im Bereich der Online Forschung sein. Er ergänzt damit die zentrale Mailingliste GIR-L. Diskussionen werden hier ebenso schnell entstehen wie auf der GIR-L, doch sie werden strukturierter und vernetzter sein.
Wir starten hier in diesem Blog erst ein bisschen konservativ und werden erst im kleinen Kreis diskutieren. Wenn sich Thema, Stil und Kommentierungsgewohnheiten ausentwickelt haben, wird die Kommentierung und Beteiligung an diesem Blog über den Anfangskreis hinaus erweitert.
Ich freue mich auf reges Interesse
Ein sehr schönes Klassifikationsschema verstaubte seit 1997 auf meiner Festplatte. Damals 1997 machte ich mir mit einer universitären Arbeitsgruppe viele Gedanken zur Qualitätssicherung von WWW-Fragebögen. Aus dieser Zeit sind einige Vorträge und Artikel von mir bekannt geblieben, die internen Ansätze zur Entwicklung eines Pretest-Standards sind aber bis heute unbekannt geblieben. Die Lektüre der Details lohnt sich. (Mehr …)
Verständlich zwar, doch irgendwann muss auch die Geschichtsschreibung zu ihrem Recht kommen. Die Szene der Online Forscher geht bisher recht unbekümmert mit ihrer Geschichte um.
Ein Beispiel? Die Konferenzseiten zur GOR 1997 liegen noch immer auf dem Server der AG-Infosoc an der Uni in Köln. Doch längst hat sich die AG aufgelöst und dieser Server wird von studentischen Enthusiasten der Fachschaft Soziologie verwaltet. Was ist also zu tun? Die DGOF sollte im Rahmen des Relaunch der Web-Site ein Archiv anlegen und in diesem Archiv die damaligen Seiten abspeichern. Ich werde vor meinem Ausscheiden als Schatzmeister den entsprechenden Vorschlag machen.